Wurzelresektion

Füllungen, Wurzelbehandlungen u.ä.

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Wurzelresektion

Beitragvon ela2 » Montag 29. August 2005, 17:02

Hallo,

mir steht in 2 Tagen eine Wurzelresektion an einem Frontzahn oben bevor. Dieser Zahn ist überkront und schon einmal an der Wurzel behandelt worden.
Der Arzt sagte mir, daß wenn Risse im Zahn sind er ihn evtl. ziehen müsste.
Jetzt überlege ich, da ich keine Schmerzen habe, die OP abzusagen.
Die Entzündung ist kaum tastbar und sehr minimal. Meine Fragen: Was passiert wenn ich die OP nicht durchführen lasse? Und kann man diesen kleinen Entzündungsherd nicht mit Antibiotika behandeln lassen? Und wie geht´s weiter wenn der Arzt den Zahn tatsächlich ziehen würde?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir schnell antwortet würdet. Vielen Dank im voraus
ela2
 
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Re: Wurzelresektion

Beitragvon Dr. Evelyn Sack » Montag 29. August 2005, 21:50

Die Chancen sind gering, dass man mit einer Antibiotikum-Gabe die Entzündung dauerhaft heilt.
Man kann sie evtl. etwas eindämmen und verhindern, dass die sie verursachenden Bakterien andere Regionen im Körper schädigen.
Bessere Chancen verspricht die Wurzelspitzenresektion, da damit hoffentlich die Ursache der Entzündung beseitigt wird.
Wird ein Riss, d.h. meist eine Längsfraktur der Zahnwurzel festgestellt, ist der Zahn leider nicht zu erhalten und muss gezogen werden. Die Lücke kann dann mit einer Brücke oder einem Implantat geschlossen werden, je nach Zustand des Knochens und der Nachbarzähne.
Beläßt man die Entzündung, dann bedeutet das für Ihren Körper einen ständigen Bakterienherd, gegen den das Immunsystem dauernd kämpfen muss. Die Bakterien können über den Blutweg auch in andere Körperregionen gelangen und dort Schäden anrichten, di u.U. auch lebensgefährlich werden können. Außerdem kann eine chronische Entzündung schnell einmal akut werden und Schmerzen, Schwellung und Eiter verursachen. In diesem Zustand kann dann eine Behandlung sehr schmerzhaft und schwierig werden. Darüberhinaus wird der Knochen um den Zahn durch das Entzündungsgewebe angegriffen und geht verloren. Das kann dann bei einer späteren Versorgung zu ästhetischen Problemen führen.

Viel Glück

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Re: Wurzelresektion

Beitragvon <marc> » Freitag 28. Juli 2006, 14:37

Hallo,

ich hatte vor einer Woche eine WSR.
Nach 5 Tagen penecelin, und 2 tage ohne habe ich immer noch leichtes ziehn unten und es ist auch noch leicht dick, gestern beim arzt wurde gesagt es sieht von aussen gut aus ich soll trotzdem nochmal 10tage antibiotika nehmen, die fäden hat er dann gleich rausgemacht, ... denke sie das wird helfen oder ist das innerlich noch eine entzündung da, komisch ist dass er mir auch oben zieht, obwohl die op unten war ... kann das nervlich bedingt sein?

Gibt es tips um den heilungsprozess zu beschleunigen ausser (nicht rauchen , kein kaffee, kein alkohol etc...)

gruss
marc
<marc>
 

Re: Wurzelresektion

Beitragvon Dr. Ulrich Wild » Samstag 29. Juli 2006, 01:11

Hallo Marc,

hört sich nach einer Wundheilungsstörung an. Gibt es schonmal, auch ohne dass man einen Grund dafür sieht. Kollege hat recht, Antibiose weiter und warten. Für eine Beurteilung der Chancen ist es viel zu früh.

Viel Glück!
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Re: Wurzelresektion

Beitragvon <marc> » Sonntag 30. Juli 2006, 21:52

Ja , heute (Sonntag) ist es auch etwas besser geworden, es zieht nur noch selten. Weiter zieht es eben wenn man den kiefer verbiegt oder den mund weit aufmacht denke aber das ist normal wegen der narbe wo genäht ist.
Ich hoffe dass es die Besserung morgen oder übermorgen noch weiter fortschreitet (HOFFENTLICH) dann wird am kom. Do nochmal kontrolliert vom chirurgen und fr. bekomm ich eine füllung. Sollte es nich besser werden weiss ich nicht was auf mich zukommt nur mein Urlaub kommenden Sonntag wird dann wohl ins wasser fallen :( , naja da kann man wohl erstmal abwarten... und hoffen, danke mal für die infos fuer dich ich sehr dankbar bin, da ich mich sehr auf den urlaub freue.

gruss
marc
<marc>
 

Re: Wurzelresektion

Beitragvon Dr. Ulrich Wild » Montag 31. Juli 2006, 00:47

Hallo Marc,

das klingt ja schon ganz gut.

Schönen Urlaub!
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Re: Wurzelresektion

Beitragvon <marc> » Samstag 26. August 2006, 19:36

Hallo,

ich bins mal wieder, gut ist was anderes.
Am Sonntag dem Tag der Abreise, war alles echt ganz ok.
Nach 4 Tagen hatte ich dann so ein gribbliges Gefühl
auf der Seite mit der OP... irgendwie ist es dann unten am Kiefer leicht dick geworden (von außen nicht zu sehen) nach einem Anruf beim Zahnarzt, hieß es kühlen und nochmal Antibiotika beosorgen, gesagt getan (in italien max. 150mg :( ) naja ok ... 4 Tage eingenommen, danach keine wirkliche Verbesserung, :( nun ich hab mich dann dazu entschieden, den Urlaub abzubrechen.

Zurück in Deutschland, ab zum Arzt, der sagte mir er kann äußlerlich nichts ferststellen, sieht sehr gut aus ... ok sag ich wieso spür ich dann hier wa s und es kribbelt komisch und zieht ab und zu ..

Gut noch ne Röntgenaufnahme vom behandelten Zahn, wieder das selbe, OP sehr gut sieht sehr gut aus ...
Gut muss aber was sein, also hat er mit mir entscheiden, wieder aufschneiden, ok gesagt getan Spritze rein aufschneiden, er hat dann gesagt er hat minimal entzündetes Gewebe entfernt.
Und entschied nun eine offene Heilung mit Drainagen. Gut also Jeden Tag zum Arzt Drainage wechseln, dann alle 2 Tage und auch nochmal 4 Tage antibiotika... nun hat man mir die letzt am letzten mittwoche gewechselt Montag will man es nochmal ansehen, Donnerstag hab ich auch beim normalen Zahnarzt noch 2 Zähne (Karies) machen lassen, diese hat sich den Zahn auch nochmal angesehm und meinte OP ist eigentlich perfekt er kann ich das ganze auch nicht wirklich erklaeren.

Nun seit dem wieder aufschneiden sind nun auch schon wieder 10 Tage vergangen, es sieht aber immer noch so aus , dass eine drainage noch drin ist und es immer noch leicht dich ist ... weiter habe ich immer noch so ein kribbeln meist an der unterkante des kiefers ... (sehr komisch) ... und es zieht manchmal nicht stark aber .. eben nicht perfekt ...

wollte jetzt eig. nochmal nachfragen, ob das ganze noch sinn macht jetzt mach ich 5 wochen da rum, irgenwie wirds nicht richtig, den Zahn will ich natuerlich erhalten ist ein wichtiger Backenzahn unten rechts ..

Aber kann dass denn sein, dass sowas so lange dauert, und was ist das kribbeln, kann es sein ich hab so empfindliche Nerven ? dass es immer noch ab und an zieht ?

1000 Fragen richtig Antworten bekommt man irgendwie von niemanden. Das nervt etwas...

Wie - was ist das kribbeln ?
Wieso ist so so lange dick `? Normal bei offener Heilung ?
Bekommt man das überhaupt noch in den Griff ?

Wieso wird immer der zahn geröngt ? WEnn es doch weiter unten dick ist ? ist das normal .. ?

In guter Hoffnung auf Heilung
Gruss
marc
<marc>
 

Re: Wurzelresektion

Beitragvon Dr. Ulrich Wild » Sonntag 27. August 2006, 19:10

Hallo Marc,

manchmal läuft das so. Resektionen sind keine "sicheren" Behandlungen, es sind sinnvolle Versuche. Eigenartige Gefühle, lange Restschwellungen o.ä. kommen nicht selten vor. Wenn Sie keine direkten Schmerzen haben, machen Sie weiter, im Moment ist nichts gewonnen oder verloren. Wenn es 8 Wochen nach der Resektion nicht besser ist, würde ich den Zahn entfernen, 1-3 Monate warten und ein Implantat einsetzen. Wenn es subjektiv besser wird, sollte man ca. 6 Monate warten, nachröntgen und dann weiterbehandeln.
Noch einmal resizieren würde ich eher nicht.

Viel Glück!
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Re: Wurzelresektion

Beitragvon <Joanna> » Mittwoch 1. November 2006, 23:20

Hallo,

ich bin gerade in der Stillzeit und vor etwa zwei Monaten hat der Zahn 16 gegen Kälte, Wärme und auf Druck empfindlich reagiert. Der behandelnde Arzt hat letzendlich eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Ich hatte danach immer noch ab und zu Druckschmerzen und deswegen hat der Arzt die Wurzelkanäle mehrmals gereinigt, desinfiziert und provisorich geschloßen und das alles innerhalb 3-5 Wochen. Da ich inzwischen umgezogen bin, konnte er die Behandlung nicht abschließen und hat eine provisoriche Füllung gemacht. Er hat gesagt, dass er endlich einen Kanal "richtig" erreicht hat und ich dürfte nach der Füllung keine Schmerzen mehr haben. Es sind jetzt 6 Wochen vergangen und es schmerzt tatsächlich nicht mehr. Ich bin dann zu einem neuen Zahnarzt gegangen und wollte die Wurzelbehandlung abschließen. Nachdem er ein Bild von dem Zahn gemacht hat, hat er festgestellt, dass eine Wurzel krumm ist und er möchte eine Wurzelresektion durchführen. Ich bin mir aber nicht so ganz sicher, ob ich so eine OP überhaupt haben möchte, da ich mit dem Zahn keine Probleme mehr habe und vor allem habe ich an verschiedenen Foren gelesen, dass es viele Probleme danach gibt, dass man oft lange Zeit Antibiotikum und Schmerzmittel nehmen muss und
ich möchte es eher nicht so unbedingt - wegen dem Stillen. Ich weiß, dass es inzwischen viele Medikamente gibt, die Stillende auch nehmen
könnten, aber Muttermilch ganz ohne Medikamente ist doch besser oder? ;-) Jetzt hätte ich ein paar Fragen und wäre dankbar für die Antworten.
- Ist so ein Eingriff wirklich notwendig?
- Kann man die Wurzel füllen einfach so weit, wie es geht und die Spitze vorher nur gut desinfizieren und so lassen?
- Wäre es nicht besser den Zahn ziehen zu lassen?
- Wenn etwas unbedingt gemacht werden müsste, wie lang könnte der Zahn mit der provisorichen Füllung verbleiben? Ich würde das alles lieber nach dem Abstillen machen lassen, es heißt, nach etwa 5-6 Monate.

Ich bedanke mich im Voraus und viele Grüße.
Joanna
<Joanna>
 

Re: Wurzelresektion

Beitragvon Dr. Ulrich Wild » Mittwoch 1. November 2006, 23:31

Hallo Joanna,

das ist ohne Bild von hier aus nicht zu entscheiden.
Eine Möglichkeit wäre, den ersten Behandler oder einen Spezialisten für Endodontie aufzusuchen. Manchmal kann man auch gekrümmte Kanäle sauber abfüllen. Dann kann man mal 6 Monate warten, nachröntgen und wenn es sein muss, dann die WR durchführen.

Viel Glück!
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Re: Wurzelresektion

Beitragvon <Joanna> » Donnerstag 2. November 2006, 15:27

Hallo Herr Dr. Wild,

vielen Dank für eine Blitzschnelle Antwort. Ich wohne jetzt nicht weit von Stuttgart. Hätten Sie auch so einen Spezialisten für Endodontie in Ihrem Team? Und falls nicht, könnten Sie mir jemanden vorschlagen?

Viele Grüße,
Joanna
<Joanna>
 

Re: Wurzelresektion

Beitragvon Dr. Ulrich Wild » Freitag 3. November 2006, 16:06

Hallo Joanna,

Fr. Dr. Sack und Dr. Oliver Klenk sind bei uns auf Endodontie spezialisiert. Sie können gerne mal einen Beratungstermin vereinbaren.

Viel Glück!
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Re: Wurzelresektion

Beitragvon <Joanna> » Samstag 4. November 2006, 14:09

Hallo,

das hört sich gut an :) , werde ich machen. Besten Dank für alle Infos und schönes Wochenende.

Viele Grüße
Joanna
<Joanna>
 

Re: Wurzelresektion

Beitragvon <Urmel> » Sonntag 21. Januar 2007, 16:44

Ich hatte am Donnerstag eine Wurzelspitzenresektion an einem Backenzahn des Oberkiefers. Entfernt wurden zunächst nur 2 der drei Wurzelspitzen (die zur Backe hin gelegenen - innen soll es wohl etwas komplizierter sein, weil der Zahnarzt da schlechter hinkommt und irgendwas am Gaumensegel wegklappen muss). Verlief eigentlich super, hatte danach keine Schmerzen. Allerdings kam 2 Tage nach der OP dann eine leichte bis mittelstarke Schwellung. Die Backe ist etwas geschwollen, Schmerzen sind keine da, aber ein gewisses Druckgefühl.... Ist das normal?
<Urmel>
 

Re: Wurzelresektion

Beitragvon Dr. Evelyn Sack » Sonntag 21. Januar 2007, 22:17

Hallo Urmel,

das kann schon vorkommen. Wenn keine Schmerzen auftreten, ist das eher ein gutes Zeichen. Sollte die Schwellung bis morgen noch größer werden, lassen Sie es lieber nochmal von Ihrem Zahnarzt kontrollieren.

Gute Besserung,
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